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Informationen - Änderung - Wissenswertes

VIRTUELL DEN NOTFALL ÜBEN

Unter der Schirmherrschaft des WFVD entwickelt die Northdocks GmbH eine offene, transparente, leicht verwendbare, bezahlbare und über das Internet zugängliche Trainingsplattform mit virtuellen Trainings.

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Raimund BücherHaben wir im zweiten Quartal noch ein wenig Hoffnung auf Normalität gehabt, scheint ein Quartal weiter alles im Bruch: Deutschland im Griff der Pandemie – und doch bisher noch glimpflich davongekommen. Ja, wir fühlen uns ausgebremst und eingeschränkt, aber ein Blick in einige Nachbarländer macht deutlich, dass die Menschen dort coronabedingt viel mehr zu erdulden haben.

Online-Symposium

Mitgemacht beim ersten Online-Symposium des WFVD am 22. September? Das Online-Symposium war ein Novum, denn entgegen vergleichbarer Aktivitäten anderer Institutionen konnte mitmachen, wer Interesse zeigte. Teilnehmergebühren wurden nicht erhoben, interessierte Hersteller füllten die Pausen mit eigenen Sequenzen. Deshalb blieben die Teilnehmerzahlen ungewiss. Sicher aber wurden Interessierte bedient, die sonst keinen Zugang hatten. Wir zählten ganz modern nur „Views“ – und das waren mehr als 6.000 auf Youtube und Facebook! Der WFVD folgte seinem Auftrag aus der Satzung: Informationen verteilen und netzwerken.

Sieben Referenten präsentierten aktuelle Themen für alle, denen Feuerwehrarbeit und Betrieblicher Brandschutz wichtig sind! Zum Auftakt des Symposiums gab’s das Aktuelle vom Vorsitzenden – yours truly –, die wichtigsten News aus dem Verband und dem Betrieblichen Brandschutz. Alles wie gehabt, nur diesmal nicht in Bad Dürkheim im vollen Veranstaltungssaal, sondern allein vor einer Kamera in der Marienburg in Monheim. Gut zu wissen, dass zumindest die drei Vorstandskollegen gleich nebenan saßen und jederzeit in die Diskussion einsteigen würden.

Wie immer wurden die Topics angerissen, die allen unter den Nägeln brennen und zum Teil im weiteren Verlauf der virtuellen Veranstaltung vertieft wurden – und auch hier in der WFV Info behandelt werden:

  • Corona – die aktuelle Einschätzung der Auswirkungen auf die betrieblichen Wehren;
  • Neues aus dem AK Atemschutz: Siegfried Fiedler beendet seine Arbeit als Vorsitzender mit einem Bericht über neue Entwicklungen;
  • Spraydosen – die never ending story;
  • 4.0: die VR-Plattform – Digitalisierung zum Anfassen?

Am Ende wagte der komplette Vorstand einen ebenso einmütigen wie optimistischen Ausblick: Im September 2021 treffen wir uns wieder in Bad Dürkheim!

Zurück zu den Themen:

Schaummittel

Wie problematisch sind fluorhaltige Schaummittel? Können sie beim Löscheinsatz durch fluorfreie Produkte ersetzt werden? Mit diesen Fragen befasst sich im WFVD der Arbeitskreis Schaummittel – und er bündelt die Aktivitäten der Werkfeuerwehren in Deutschland zu diesem Thema. Auf dem Online-Symposium des WFVD am 22. September stellte der Arbeitskreis-Vorsitzende Eike Peltzer die neuesten Entwicklungen vor:

  • die rechtliche Lage;
  • die Ergebnisse einer Umfrage unter den Werkfeuerwehren, wie und in welchen Mengen sie Schaummittel einsetzen,
  • eine neue Testreihe des WFVD in Kooperation mit Lastfire: Wie wirksam sind fluorfreie Schaummittel auf verschiedenen Brennstoffen?

Der Arbeitskreis Schaummittel ist in unserem Verband der einzige mit einem eigenen Youtube Kanal! Dort gibt es drei Videos mit unterschiedlichen Schwerpunkten zum Thema Löschschäume. Sie können sie jederzeit hier aufrufen.

Baulicher Brandschutz

Wie in Bad Dürkheim durfte auch in Monheim der Vorbeugende Brandschutz nicht fehlen.

Diesmal im Fokus: Intelligente, hoch flexible und extrem platzsparende Lagersysteme. Sie stellen, ebenso wie automatische Flurförderanlagen, besondere Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz. Die spezifischen Herausforderungen aus Sicht des Brandschützers beschrieb Gerd Fröhling, Leiter des technischen Risikomanagements im Siemens-Konzern.

Wird auch beim Brandschutz alles noch komplizierter? Zum Glück nicht, die Einstufung von Kunststoffen unter Brandschutzkriterien ist sogar deutlich vereinfacht worden! Auch dazu gab Gerd Fröhling auf dem Symposium ein Update.

Löschwasserrückhaltung

Es brennt! Die Feuerwehr löscht – und dann? Wohin mit dem Löschwasser? Bisher kein Problem! Allerdings: Für die bereits jetzt strengen Vorschriften zur Löschwasserrückhaltung sind erhebliche Änderungen geplant. „Die bisherigen Regelungen werden ohne nachvollziehbaren Grund deutlich verschärft. Es geht um Löschwasserrückhaltungen nach Wasserrecht für jede Art von Gebäude und Nutzung.“, erklärte Stefan Deschermeier, Geschäftsführer Werkfeuerwehrverband Bayern e.V.

Wegen der deutschlandweiten Tragweite hat ihn der Bundesverband Betrieblicher Brandschutz e.V. / Werkfeuerwehrverband Deutschland zum Projektleiter für den Themenkomplex Löschwasserrückhaltung ernannt. Beim Online-Symposium des WFVD am 22. September beleuchtete er die Sachlage im Kontext von Politik, Wirtschaft und Umweltschutz. Reinschauen und -hören lohnte sich in jedem Fall, denn – so der Hinweis von Stefan Deschermeier – „auch Handwerker, Bauhöfe, Feuerwehrhäuser, kleine und mittelständische Unternehmen, Baumärkte und viele mehr sind betroffen. Sie alle müssen – sofern die neue Verordnung wie geplant im Oktober geändert wird – innerhalb von drei Jahren ihre baulichen und wasserrechtlichen Anlagen anpassen!“

Wenn Ihr nicht dabei wart, könnt Ihr alle Vorträge auf unserer Startseite und in unserer Wissensdatenbank abrufen.

Digitalisierung im Betrieblichen Brandschutz

Leitstelle

Die Leitstelle ist das Herzstück jeder Werkfeuerwehr. Damit die Feuerwehrleute zuverlässig bei jedem Notfall bedarfsgerecht zur Stelle sein können, ist es zwingend erforderlich, dass die Leitstelle zu jeder Zeit reibungslos funktioniert. Das heißt, sie selbst muss auch Bedrohungslagen wie beispielsweise Hackerangriffen effizient und ausfallsicher begegnen können. Was ist dafür erforderlich? „Die grundsätzliche Anforderung ist, dass Leitstellen dem Stand der Technik und den jeweiligen Entwicklungszyklen der digitalen Möglichkeiten entsprechen“, sagt Herbert Bergmann, ausgewiesener Experte für Kommunikations- und Sicherheitstechnik. Beim Symposium des WFVD gab er klare Handlungsempfehlungen für die „Leitstelle der Zukunft“.

Gefahren-Melde-Anlagen

„Digitale Transformation“: ein Veränderungsprozess, der nachhaltiges Management und nachhaltige Gestaltung erfordert. Lothar Hunshelm, ausgewiesener Experte für Daten-, Kommunikations- und Automatisierungstechnik, verdeutlichte am Beispiel von Gefahren-Melde-Anlagen, welche Chancen die digitale Transformation bietet. Voraussetzung für den erfolgreichen Verlauf dieses Prozesses ist eine frühzeitige Transformationsstruktur und die Integration aller beteiligten Partner. Welche konkreten Schritte dafür erforderlich sind, erläuterte Referent Hunshelm in seinem Vortrag.

VR-Plattform

Die Firefighter VR Plattform, die das Unternehmen Northdocks unter der Schirmherrschaft des WFVD entwickelt hat, ist das erste, virtuell greifbare Ergebnis unserer Initiative „Zusammenarbeit 4.0“. Einen ausführlichen Bericht dazu gab es in der vorherigen Ausgabe 2/2020 der WFV Info. Während des Symposiums ließ uns Hans-Jürgen Werner am Go-live der Plattform teilhaben.

Einsatznachbesprechung

Einsätze mit großem Gerät sind für die Werkfeuerwehr der Premium AEROTEC am Standort Augsburg nichts Ungewöhnliches: Denn hier entwickelt und fertigt das Unternehmen großflächige und komplexe Flugzeugkomponenten aus Aluminium, Titan und Kohlenstofffaserverbundwerkstoffen. Viele dieser Teile haben – ebenso wie die Fertigungsanlagen – XXL-Maße. Der Großbrand in der Galvanik am 27. Dezember 2018, über den weit über Augsburg hinaus berichtet wurde, war aber selbst für die erprobte Werkfeuerwehrmannschaft ein außergewöhnlicher Einsatz. Den meisterte sie auch nicht allein, sondern bezog die örtliche Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr mit ein. Über den Ablauf und die Learnings dieses Großeinsatzes berichtete Bernhard Hörger, im Hauptberuf bei Aerotec Premium Assistent des Geschäftsführers für Finanzen – und im Ehrenamt Oberlöschmeister der Freiwilligen Feuerwehr Haunstetten Stadt Augsburg e.V..

Fazit

Das Online Symposium war erfolgreich. Wir gingen neue Wege – und der Auftritt mit professioneller Hilfe war schon ein anderer als der Anfang des Jahres in Berlin, als wir erstmalig versuchten, eine komplette Veranstaltung zu streamen. Angesichts der neuen Technik und der unfassbaren Vielzahl von Möglichkeiten, die sich daraus entwickeln können, muss ich wirklich sagen: Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Marienburg in Monheim am Rhein hat sich als Austragungsort bewährt. Wir danken allen Referenten und allen, die in der Vorbereitung mitgewirkt haben, allen voran Anja Schrieber und Delia Fricke. Wir haben eine ernsthafte Alternative entdeckt, doch das Herz sagt Bad Dürkheim muss fortbestehen.

Spraydosen

Wir hatten berichtet, wie die neue EU-Norm scheinbar allen innovativen Gedanken Einhalt gebietet. Inzwischen gibt aber selbst der BMAS zu erkennen, dass hierzu noch Handlungsbedarf besteht. Man will noch einmal reden, und das ist ohne Kommentar einfach zu begrüßen. Ein neuer Arbeitskreis tut sich auf, der erneut über Einsatzmöglichkeiten der Löschspraydosen im Betrieblichem Brandschutz diskutieren wird. In der Projektskizze heißt es: „Überprüfung Punkt 5.2 Absatz 2 Satz 5 der ASR A2.2 in Bezug auf die Anrechenbarkeit von Feuerlöschsprays auf die Grundausstattung und Erarbeitung qualitativer und quantitativer Leistungskriterien für den Einsatz in Betrieben (…). Eingaben der sachverständigen Fachöffentlichkeit im Brandschutz (Feuerwehrverbände, Universitäten) und Herstellern von Feuerlöscheinrichtungen bei dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zielen auf eine Anrechenbarkeit von Löschspraydosen bei normaler Brandgefährdung auf die Grundausstattung ab.“ Am Ende brauchen wir eine entsprechende Berücksichtigung in der ARR A 2.2 und Sicherheit für unsere Betriebe.

Ausbildung

Eins kann auch die Pandemie nicht stoppen: die Ausbildung unseres Nachwuchses! Es ist gut, wenn die betrieblichen Wehren Motor für das Zukünftige sind und die Unternehmen trotz aller Krisengeschehen an der Ausbildung von jungen Menschen festhalten. Jürgen Warmbier gibt in dieser Ausgabe einen Überblick über all diese Aktivitäten. Unser Bereich hat sich wahrlich gut entwickelt.

Nach 15 Jahren ist nun endlich auch in Baden-Württemberg der erste Jahrgang im Berufsbild erfolgreich zu Ende gegangen. Auch von unserer Seite dazu einen herzlichen Glückwunsch an die Absolventen, aber auch an die unbeirrbaren Wegbereiter in Unternehmen und Institutionen, die sich trotz mancher Widerstände endlich durchgesetzt haben.

Gleichzeitig bilden wir traditionell aus. In Brandenburg wurde der nächste Grundausbildungslehrgang nach Laufbahn erfolgreich beendet. Auch hier ein dickes Lob für alle Mitschaffenden.

All die verschiedenen Wege müssen wir uns als betriebliche Wehren freihalten. Und wenn staatlichen Stellen uns keine Ausbildungsplätze stellen, müssen wir halt selbst reagieren. Wie sollen wir sonst unsere Auflagen bezüglich Mindestwachstärken erfüllen? So kommt es zunehmend vor, dass über die Grenzen der Bundesländer Aspiranten zur Ausbildung verschickt werden. Haben wir das im Bereich des Berufsbildes schon einige Jahre gemacht – wenn etwa ein großer Flughafen aus Baden-Württemberg seine Azubis nach Bayern oder Hessen schickte – ist das bei „Laufbahnausbildungen“ ein neueres Thema. Und ganz unerwartete Fragen tauchen auf, wenn der in NRW Ausgebildete beispielsweise in Sachsen eingesetzt werden soll. Aktuelle Diskussionen in NRW zeigen, dass wir fein auf formale Stricke achten müssen. Unsere diesjährigen Erfahrungen auf dem neuen Spielfeld bestätigen einmal mehr: Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.


Ihr Raimund Bücher

(Engelbert Schinkel)


Raimund BücherDie Editorin der Zeitschrift GIT betrachtete in Ausgabe 8/2019 die Frage nach der Perspektive in einem Artikel, der mich zu folgenden Überlegungen brachte, die nun wirklich auch zu aktuellen Geschehnissen in der Feuerwehrwelt passen:

Wahrnehmung ist ein Prozess, der schon im Kindesalter sehr differenziert erlernt wird. Das Kleinkind folgt bereits Veränderungen, etwa wenn Mutter und Vater sich nähern. Die Möhren schmecken gut, Spinat gehört nicht zu den Lieblingsspeisen. Wenn abends zum Feierabend Eltern erwartet werden, ruft der Schlüssel in der Haustür schon Freude im Gesichtsausdruck hervor. Neben dem tastenden Begreifen, dem Erlernen durch Riechen und Schmecken, lernt das Kind schon in jungen Jahren mit allen Gefühlen umzugehen, die Umwelt wahrzunehmen und einzuschätzen. Häufig heißt es dann „Kinder leben in ihrer eigenen Welt“. Das ist ganz schön hochnäsig aus Sicht der Erwachsenen, denn, gilt das nicht auch noch bei Erwachsenen?

Wahrnehmung ist der Prozess und das Ergebnis der Informationsgewinnung und -verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem Körperinnern des Lebewesens“ (Wikipedia).  Werden also alle Umwelteinflüsse berücksichtigt, dann wird klar, dass jeder Entwicklungsstatus zu unterschiedlicher Verarbeitung führt. Aktuelle, insbesondere politische Entwicklungen, zeigen jedoch, dass Erfahrung nicht rein ein Lernprozess kindlicher Entwicklung sein kann. Dazu formulierte Immanuel Kant: „Erfahrung ist eine verstandene Wahrnehmung.“ Der erste Schritt liegt also in der Wahrnehmung – diese muss verstanden werden, um Erfahrung zu erleben.

Ein großer Stolperstein ist die Differenz der Realitäten. Der Eine nimmt etwas auf seine Art wahr, der Nächste schon wieder völlig anders. Und doch glauben beide, dass die ihrige Version die Richtige sei. Sie sehen keine Differenz zwischen subjektiver Wahrnehmung und Realität. Im Gegenteil – ihre Art der Wahrnehmung bestimmt in der Folge auch ihre Verhaltensweisen. Ihre Wahrnehmung entspricht ihrem Wissen, sie setzen beides gleich!

Von großer Bedeutung und mitunter von schlimmem Ausmaß ist es, wenn Menschen, deren Wahrnehmung deutlich von der Allgemeinheit abweicht, eine entscheidende Machtposition innehaben, in der sie ihre Führungsgewalt ihrer Wahrnehmung entsprechend ausführen. Sie glauben, ihr Handeln sei absolut. Sie drängen ihre Sicht der Dinge nicht nur ihrer direkten Umgebung auf, nein, sie drängen sie in der Politik gar ganzen Ländern und Kontinenten, wenn nicht dem Weltgeschehen auf. Wenn sie in ihrer unreflektierten Wahrnehmung dabei auf immer größeren Widerstand stoßen, liegt es an der Wahrnehmung der anderen, nicht aber an der eigenen. Besonders schlimm wird es und zu großem Schaden für alle Beteiligten, wenn alles in den Medien ausgefochten wird.

Letztlich liegt der Kern vieler Entwicklungen dann doch in der Tatsache, derer wir „Kinder“ beschuldigen: Jeder lebt in seiner eigenen Welt.

Am Ende des Jahres will ich Ihnen mit dieser Erkenntnis nicht den einen Rückblick, sondern die Rückschau aus meiner Wahrnehmung heraus bieten. Ich hoffe, dass diese Ausführungen weitestgehend unseren unterschiedlichen Realitäten entsprechen, wenn ich mir auch bewusst bin, dass wir in einer eigenen Welt agieren.


Symposien und Messen

Ob unsere Symposien in Berlin anfangs des Jahres oder in Bad Dürkheim im Herbst, ob unsere Messeauftritte zur Rettmobil, zur Florian, zur Feuertrutz oder jetzt gegen Ende des Jahres zur A+A – immer waren es Einzelnen, die die Dinge vorangetrieben haben. Wenn auch der grundsätzliche Auftritt gemeinsam festgelegt wurde, so bleibt es das Engagement, der Ideenreichtum und der Biss des Einzelnen, die den Erfolg ausmachen. Jedem, der so unterwegs war, ein herzliches Dankeschön. Der Einzelne wirkt aber auf Dauer nicht, wenn er nicht im Netzwerk gebettet ist. So danke ich allen, die sich im Team eingesetzt haben – das macht unseren Erfolg aus.

An den Symposien mache ich es fest. Drei Viertel der Teilnehmer haben uns Rückmeldungen gegeben – danke dafür. Wenn 100% der Bewertenden testieren, dass ihre Erwartungen gut/sehr gut erfüllt wurden, die Durchführung in Vorträgen und die Organisation zu 98% das gleiche Ergebnis bekommen, kann nicht viel falsch gelaufen sein. Im obigen Sinne haben wir es wohl wirklich geschafft, gemeinsame Realitäten zu schaffen. Wir erhielten Bestätigung und deshalb ist es logisch, den Weg weiterzugehen. Die nächste Gelegenheit ergibt sich am 16. und 17. Januar 2020 in Berlin. Melden Sie sich an!

Auch in Düsseldorf, anlässlich der A+A, lässt sich Gleiches zusammenfassen. In bewährter Weise kombinierte der WFV NRW bei seinem Auftritt die praktische Übung – Auszubildende im Berufsbild Werkfeuerwehrmann /-frau kamen zu ihrem ersten Einsatz – mit den Präsentationen und Inhalten zu aktuellen Themen von „Freimessen“ über „Löschwasserrückhaltung“ bis hin zu „4.0“ und angewandter Digitalisierung in betrieblicher Brandschutzausbildung. Daneben bedienten wir die Klientel mit Vorträgen im Forum zu Notfall- und Krisenmanagement oder brachten mit unseren Arbeitskreisvertretern unsere Kompetenzen im Atemschutz beim neu geschaffenen Atemschutzworkshop ein. Alles in allem ein gelungener Auftritt – danke den Mitwirkenden. Es geht eben doch am besten im Team.

Eine Besonderheit ist aus diesem Jahr zu berichten: Die stete Bemühung um Kooperation mit dem Arbeitsschutz, die Bearbeitung manchen Themas aus der Schnittmenge Brandschutz/Arbeitsschutz und unser steter Auftritt als Experten des betrieblichen Brandschutzes  führten dazu, dass am ersten Tag der Düsseldorfer Messe 150 Sicherheitsbeauftragte von Verkehrsbetrieben und Stadtwerken den halben Kongress- und Messetag an unserem Stand verbrachten. Sie wollten ganz explizit unsere Erfahrung und unsere Informationen zu den o.a. Themen austauschen. Wenn man ein wenig die Perspektive ändert, tun sich schon neue Möglichkeiten auf. Ich danke allen, die für diese spezielle Gruppe extra als Ansprechpartner zur Verfügung standen. So funktioniert Netzwerk – vielen Dank.

Löschspraydosen

Ganz im Sinne – „Der lebt aber auch nur in seiner eigenen Welt“ kommen die Rückmeldungen zur WFVInfo oder im Symposium: Hat der kein anderes Thema mehr? Zur Erinnerung: Aus dem gemeinsamem  Auftritt von WFVD, DFV und vfdb beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales erzielten wir Anfang des Jahres einen Kompromiss. Da waren zuvor wirklich verschiedene Wahrnehmungen zu bündeln, und so kostete es einige Mühe, zum beschriebenen Ergebnis zu kommen. Der Sachverhalt ist hinreichend bekannt. Jeder Interessierte weiß, dass es am Ende nächsten Jahres die europäische Norm geben soll und dass dann die Zusage des Ministeriums, die Arbeit an der ASR A2.2 wieder aufzunehmen, Wirkung findet. Dann sollen die Löschspraydosen auch für die Grundausstattung der Arbeitsstätten mit Feuerlöschgeräten herangezogen werden können.

Die Kommunikation nach dem Kompromiss in diesem Jahr ist nun wirklich ein Beispiel von verzerrter Wahrnehmung. Was hilft es, neu auf das Thema zu klopfen, wenn doch der Kompromiss schon da ist? Was hilft es, Forderungen zu wiederholen, wenn doch die Argumente ausgetauscht sind und alle Beteiligten sich auf die Realitäten des jeweilig anderen eingelassen haben? Ich finde auch am Ende des Jahres noch keine Gründe dafür, und stelle mit vielen anderen fest: Da lebt wohl jemand in seiner eigenen Welt.

Ich aber will nach vorne schauen und garantiere: Ich streite mit, wenn die Norm da ist und wir werden als Experten im Arbeitskreis gefordert sein. Bis dahin aber werbe ich für Ruhe und gegenseitigen Respekt.

In der Rückschau ein Thema, das im ganzen Jahr aktuell war.


4.0 – die Digitalisierung

Wie angekündigt, veranstaltete der WFVD am 4. Dezember einen Workshop zum Thema „Industrie 4.0/Digitalisierung in der Industrie – Netzwerk für eine erfolgreiche Umsetzung“. Moderiert von Werner Heitmann (Dräger) begann der Workshop mit illustrem Teilnehmerkreis nach Verlesen der Anti-Kartellvereinbarung mit drei Impulsvorträgen. Während Stefan Truthän (hhp) die Zukunft der Sicherheitsarchitektur aufzeigte und dafür warb, den Blickwinkel (Mindset) zu wenden, rüttelte Patrick Reschke (Northdocks) in bekannter Manier an alt hergebrachten Prozessen: „Die Wertschöpfungskette wird digital…“. Manche der vorhandenen Hierarchien lassen Digitalisierung im Eigentlichen nicht zu, sie bräuchten deshalb eine Änderung.

Ich selbst habe versucht, erkennbare Bedarfe der Industrie aufzuzeigen; dies beginnend mit der Diskussion Anfang 2019 bei der Fachtagung in Berlin (Zentrale Frage: Warum nutzen wir nicht das Netzwerk und machen alle Arbeiten vielfach zugänglich?) anhand konkreter Beispiele: Wenn der Anwender ein Projekt verfolgt und Hilfe von IT-Produzenten benötigt, führt der Weg zwangsläufig zum Netzwerk. Jeder sucht für sich und rein zufällig findet man entsprechende Lieferanten. Wo ist der Überblick und wo ist das gemeinsame Ringen um bestmögliche Lösung?

Ein Puls Check verdeutlichte, wie unterschiedlich die Umsetzung der Digitalisierung in den Unternehmen ist. Was ist 4.0 für den Einzelnen? Der Workshop forderte auf, die Perspektive zu wechseln: Wie geht es zum Netzwerk 4.0? Vorgedachte Fragen führten in Gruppenarbeit zu folgendem Ergebnis:

1. Auf einer gemeinsamen Plattform werden Lösungen in verschiedenen Themen gesammelt.

2. Konzernübergreifende Zusammenarbeit bleibt das erklärte Ziel, der Wandel der „Kultur“ die größte Fragestellung.

3. Im Themenbereich Ausbildung wird die Arbeit mit konkretem Pilotthema fortgesetzt.

4. Der Workshop erfährt eine Fortsetzung mit einem nächsten Termin im Februar 2020 in Ludwigshafen.

Wir bleiben dran!


Ihnen und Ihren Lieben besinnliche Weihnachten und in 2020 alles erdenklich Gute

Ihr Raimund Bücher

Manche wissen schon mit zehn, was sie später mal tun wollen. Manche haben mit 39 noch keine Entscheidungen getroffen. Sind in irgendeinem Beruf, aber nicht zufrieden. Haben einen Partner, wissen aber nicht, ob sie Kinder haben wollen. Warum ist das für viele Menschen so schwierig?
Es hat damit zu tun, wie wir mit unseren Wünschen und Gefühlen umgehen. Denn den Beruf, den passenden Partner, das passende Leben kann man nicht mit dem Verstand finden. Auf der Pro-Contra-Liste der Argumente ist die Bilanz meist ausgeglichen. Vieles spricht dafür. Und genauso vieles spricht dagegen. Menschen, die sich nicht entscheiden können, was sie wollen, haben meist zwei Barrieren. Sie wollen es allen anderen recht machen oder sie wollen vorher wissen, ob ihre Entscheidung richtig ist. Mit beiden Strategien scheitert man regelmäßig. Denn irgendjemand hat immer Bedenken, ist beleidigt oder findet es falsch, was man vorhat.
Und richtige Entscheidungen gibt es nicht, also im Moment der Entscheidung nicht. Hinterher schon, aber da ist die Entscheidung ja schon gefallen. Man muss also etwas entscheiden angesichts der Möglichkeit, dass man daneben liegt. Für Sicherheits-bewusste ist das der reinste Horror. Und sie entscheiden lieber – nicht. Aber das geht ja auch nicht. Denn auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung. Solange ich mich nicht für eines von zwei Jobangeboten entscheide, bleibe ich beim Status quo – meinem Job, in dem ich unzufrieden bin. Bei Entscheidungen hilft ein starker Wunsch, und die Tat unterscheidet dann das Ziel vom Traum.

Nach dem Exkurs zum Fachlichen:


AusbildungRaimund Bücher

Schon vor fast 50 Jahren gab es in Hessen die ersten Bemühungen, die Ausbildung der Werkfeuerwehren neu zu ordnen und einen Beruf Werkfeuerwehrmann zu entwickeln. Gegen das Etablierte, mit dem Wunsch zum Eigenen – am Ende dauerte es bis zum Jahr 2005, bis ein eigenes Berufsbild stand. Heute sind die Ideen etabliert und finden mehr und mehr Nachahmer. Der Wille, Lösungen zu finden auf die Fragen aus Demografie u.a. wird jetzt auch denen gewahr, die vorher nur Gründe hatten, warum etwas nicht geht.
Heute im Jahr 2019 stehen wir wieder an einem Wendepunkt. Die Diskussionen beim Symposium Anfang des Jahres zeigten es auf. Und die Artikel im nachfolgenden Heft machen deutlich: wieder sind es einige, die sich auf den Weg machen, während andere noch harren. Dabei sind Notwendigkeiten zur Veränderung doch deutlich. Wenn die Welt sich digitalisiert, werden sich Anforderungen ändern. Traditionelle Ausbildung wird schwinden, althergebrachte Ausbildung und gar Berufe wird es nicht mehr geben, neue Wege, neue Techniken wie VR (virtual reality) u.ä. zeigen es auf. Wer geht dann mit?


Netzwerk 4.0

Die Erinnerung an Vorträge und Präsentationen zu VR in Berlin führen zum nächsten Thema. Wenn alle sich auf den Weg machen und vielerlei Parallelen, gar Doppelarbeit erkennbar wurden, entwickelt sich der Ruf nach Netzwerk und gemeinsamen Auftritt. Wir berichteten, welch spannende Diskussion sich im Berliner Symposium ergab. Eine erste Idee, der WFVD bündelt und alle haben die Möglichkeit abzugreifen, scheiterte im Ansatz. Der WFVD sollte, so die Vorstellung von Wenigen, das ein oder andere Tool einstellen, die anderen können abgreifen und sparen zudem Geld, Diskussion und die Zeit für eigene Bemühungen. Aus verschiedenen Gründen musste das scheitern, zuletzt, weil wir als WFVD zwar Netzwerk können und nach Satzung auch sollen, nicht aber am „Markt“ bestellen dürfen. Berechtigte Gründe, aber gut geht es dem, der mehr Träume hat als ihm die Wirklichkeit zerstören kann. In der Zwischenzeit hat es als variierten Ansatz, Gespräche mit T-Systems gegeben, ob nicht in einer Art Kooperation der Technikspezialist und der Netzwerker zusammenwirken können. Dazu hat der Vorstand in seiner Sitzung im Juli beschlossen: Noch ist es nicht soweit, dass wir zur Lösung kommen, weil alles daran stoppt, ob jemand Daten liefert und wer diese verwaltet. Ein genossenschaftlicher Ansatz, wie in der Grundidee formuliert, kann derzeit nicht umgesetzt werden. Seien Sie sicher, dass wir zum Symposium in Bad Dürkheim berichten werden. Weitere Gespräche mit namhaften Herstellern verschiedener Gattung haben begleitend stattgefunden und werden Ende des Jahres in einem Workshop enden, der sich mit dem Thema Zusammenarbeit in 4.0 befassen wird. Alle stellen fest, allein geht es nicht mehr, wir benötigen Netzwerk, wie es sich auch immer gestaltet. Dafür aber sind wir die Vorreiter, Netzwerk, das ist unsere Kompetenz. Wir müssen endlich alle an einen Tisch. Wenn wir als Industrie die Treiber zum Thema Digitalisierung sind, muss von uns auch der neue, andere Weg gestaltet werden. Es bleibt dabei, lass den anderen ihre Gründe, wir fangen schon 'mal an.

Zu guter Letzt zwei kurze Punkte:


Löschwasserrückhaltung

Das Umweltbundesamt hat den nächsten Stand in der Überarbeitung der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) jetzt vorgelegt. Wir stellen fest, dass die Änderungen jetzt betriebsnäher sind, unsere Kritik wurde zum Teil aufgenommen. Um in übersichtlicher Weise den derzeitigen Stand vermitteln zu können, schauen Sie bitte in die Abb. 1. Mit den Neuerungen sind weitere Objekte nicht mehr betroffen, der Szenarien-basierte Ansatz bietet Gestaltungsmöglichkeiten. Das einfache Schema müsste natürlich noch um die bis heute weiterentwickelten Punkte (angemessene Bagatellgrenzen etc.) ergänzt werden. Was tut Not? Weiterhin ist Meinungsbildung erforderlich, werte Leser, erinnert Euch an die ausführlichen Informationen in der letzten WFInfo und bedient Euer Klientel in den Betrieben.

Löschspraydosen

Wir berichteten vom Kompromiss beim Gespräch im Bundesarbeitsministerium:
„……


• Nach Kenntnis des BMAS ist die europäische Normung zu den Spraydosen im Herbst 2019 zu erwarten. Das scheint möglich, da bisherige Widerstände gegen die Normung aus Südeuropa wohl beseitigt sind. Die Teilnehmer des Gespräches vereinbarten den zukünftig gemeinsamen Auftritt. Wir werden über den Fortgang berichten.

• Läge die Normung dann vor, sagte das BMAS die nachfolgende Änderung der ASR A 2.2 zu. Dann würden die Spraydosen neben den Feuerlöschern als Einrichtungen für die Bekämpfung von Entstehungsbränden auch vom Staat anerkannt werden. Das BMAS sagte den unmittelbaren Beginn erforderlicher Arbeiten zu…..“
Hier der letzte Stand: Es hat tatsächlich eine Bearbeitung der Norm gegeben, und diese zeigt folgende offizielle Zeitplanungen, der „Milestones“ (als späteste einzuhaltende Termine), für die nächsten Schritte beim Projekt EN 16856 „Löschspraydosen“ nach der CEN-Datenbank (siehe Printscreen):

• Zusendung des Schluss-Entwurfs durch das CEN/TC 70-Sekretariat (AFNOR Frankreich) an CEN: 30. Oktober 2019

• Start Formelle Schluss-Abstimmung mit dem Schluss-Entwurf in 3 Sprachen: 15. Februar 2020

• Ende Formelle Schlussabstimmung mit dem Schluss-Entwurf: 11. April 2020

• Normratifizierung durch CEN: 11. Mai 2020

• Veröffentlichung von EN 16856: 11. Oktober 2020.

Wer auf dem Weg ist, benötigt nicht selten einen langen Atem. Wer will, findet Wege, wer nicht will, der findet Gründe.



In diesem Sinne bleibe ich
Ihr
Raimund Bücher

 

Raimund BücherMitten in der Corona-Krise ein Editorial zu schreiben, fühlt sich beinahe surreal an, jedenfalls ganz anders als jemals zuvor.

Die Zahlen- und Faktenlage zum Coronavirus ist verwirrend. Es kursieren viele verschiedene Informationen. Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, hat bei einer der Bundespressekonferenzen den wissenschaftlichen Stand in Deutschland eingeordnet:
"Es ist derzeit fast unmöglich zu sagen, wie gefährlich das Virus ist", räumt der Virologe ein. Man kenne das Virus einfach noch nicht gut genug. Und deshalb könnten sich Einschätzungen auch in kurzer Zeit wieder ändern. Da jedoch die Inkubationszeit der Erkrankung 14 Tage beträgt, sind Maßnahmen notwendig, um eine Virus-Ausbreitung effektiv einzudämmen, sobald diese erkannt wurde.

Trotz aller Unsicherheit, die Unternehmen haben sich vorbereitet und konkrete Maßnahmen beschlossen - zum Schutz aller Mitarbeiter an den Standorten vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und der hierdurch hervorgerufenen Erkrankung COVID-19. Diese Maßnahmen sind teilweise erheblich und doch nichts anderes als der Versuch, vor die Lage zu kommen, wie wir Feuerwehrleute sagen. Beispielhaft präsentieren wir in der WFInfo Ausgabe 1/20 die praktischen Handreichungen von der Werkfeuerwehr Henkel und die Hinweise des Robert Koch Instituts zu Hygienemaßnahmen für nicht-medizinische Einsatzkräfte. Neben der Festlegung von Eskalationsstufen für etwaige Fälle – Alarmstufen im Feuerwehrjargon – und daraus folgenden Entscheidungen, neben der Abstimmung mit den Kollegen der Gesundheitsämter und öffentlichen Feuerwehren zum Gleichklang der geplanten innerbetrieblichen und auch öffentlichen Aktionen bleibt für den Einzelnen das zu tun, was in der eigenen Verantwortung liegt: die Beachtung eigentlich selbstverständlicher Hygienevorschriften.

Schon jetzt rechnen viele Kommentatoren damit, dass die Corona-Krise zu gewaltigen Veränderungen in der Gesellschaft und in den globalen Lieferketten führen wird. Alles wird anders, wir wissen nicht wie – aber anders wird es wohl.

 

Anders wird die Arbeitswelt

Die Corona-Krise schien noch ganz weit weg, als wir uns im Januar in Berlin zu unserem Symposium trafen. Ein Jahr zuvor hatten wir uns um die Zukunft der Ausbildung Gedanken gemacht. Damals lautete die zentrale Frage des Symposiums: „Wie ticken die?“ Gemeint waren die Millennials, die jetzt ihr Berufsleben beginnen. Diese Fragestellung haben wir nun unter neuen Gesichtspunkten weiterverfolgt: Haben die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Arbeitsleben Auswirkungen auf die etablierte, uns bekannte Arbeitsorganisation, auf unsere Schichtsysteme?
Auf unserer Website in der Wissensdatenbank finden Sie die Unterlagen und Vorträge der Veranstaltung. Die Aufzeichnungen der Vorträge können Sie sowohl auf unserem Youtube-Kanal als auch auf unserer Facebook-Seite nachverfolgen. Erstmalig haben wir die gesamte Veranstaltung im Livestream übertragen.

Nach einem Intro von Christoph Wachholz und mir startete Dr. Torsten Wolf mit der behördlichen Sicht zum Thema Arbeitszeit/Schichtarbeit. In bekannt versierter Manier führte er uns durch Verordnungen und Gesetze, und mancher war froh, diesen Überblick zu bekommen. In der Folge schilderte Bernd Sassmannshausen die Überlegungen von Merck zu Belastungen im Schichtdienst bei der Werkfeuerwehr. Am Beispiel der Tarifverhandlungen für Flughafenfeuerwehren erläuterte Arno Dick von der Gewerkschaft ver.di aktuelle Tarifbemühungen und -lösungen an Flughäfen. Als Repräsentanten des Bildungswerks ver.di berichteten Franka Lindow und Ina Cramer von aktuellen Ergebnissen im Projekt Laurentio und über Belastungen am Arbeitsplatz.
Am zweiten Veranstaltungstag brillierten die Referenten aus der Praxis. Als „junger Wilder“ machte Christopher Plante aus den Herausforderungen seines Arbeitsplatzes bei der Werkfeuerwehr Henkel keinen Hehl. Peter Köhler berichtete anschaulich und erfrischend von täglichen Fragestellungen aus dem Zusammenspiel der Generationen. Beide Redner begeisterten uns mit ihren authentischen Beiträgen.

Moritz von Schaumann Werder schloss die Vortragrunde, er schilderte die neuen Ansätze zur Personalgewinnung und Qualifizierung. Alle Referenten diskutierten im Anschluss gemeinsam mit dem Landesbranddirektor von Berlin ihre unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Moderiert von WDR-Journalist Jörg Sauerwein entspann sich ein lebhaftes Gespräch. Alle Zuhörer erhielten somit die Möglichkeit zur Reflexion – im Ganzen eine runde Sache. Der WFVD dankt allen Mitwirkenden und Referenten für die tatkräftige Unterstützung.

Was bleibt, ist die Frage: „Wie ticken sie wirklich, die Jungen?“ Im Nachgang zum Symposium habe ich mich mit einem Artikel von Dr. Steffi Burkhart in der Zeitschrift Capital auseinandergesetzt. Ich versuche nachfolgend eine Zusammenfassung ihrer Gedanken mit den Erkenntnissen unserer Fachtagung in Berlin zu verknüpfen:
„Respektlos, verwöhnt, faul oder neugierig, fordernd, flexibel. Die Meinungen über die Generationen Y und Z klaffen weit auseinander. Wie ticken Sie aber wirklich, die Jungen, die nächste Generation, unsere Zukunft?“ Und welche Auswirkungen hat der Way-of-live dieser Generation auf unsere althergebrachte Organisation?

„Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“ Albert Einstein, Autor dieses Zitats, war erst 26 Jahre alt, als er seine erste Version zur Relativitätstheorie vorgestellt hat – mit dem Titel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“. Der Physiker war nicht nur intelligent und gebildet. Er galt auch als verrückt, experimentierfreudig und eben neugierig. Ohne diese Eigenschaften wäre er vermutlich nicht einer der berühmtesten Wissenschaftler der Welt geworden. Einstein hat sich etwas getraut. Er hat seinen Erfolg provoziert, indem er nicht aufgegeben hat und sich nicht entmutigen ließ.

Wäre es nicht das Jahr 1905 gewesen, sondern 2020, hätte man Albert Einstein für einen typischen Vertreter der Generationen Y gehalten. Nicht nur, dass der Generation Y Attribute wie Neugierde nachgesagt werden – manch einer mag sie für größenwahnsinnig halten. Hatte man das über den Physiker nicht auch gesagt?

Doch wer ist sie denn nun eigentlich, diese „Gen Y“? Betrachten wir sie mit der demografischen Brille, umfasst sie die Alterskohorte der heute 25 bis Mitte 35jährigen (*1980 – 1995). Neben ihr gibt es die U-25-Jährigen die unter 25jährigen, die als „Generation Z“ bezeichnet werden (*1995 – 2010), die Generation X, der heute Mitte 40 bis 55jährigen (*1965 – 1980), sowie die Babyboomer (*1955 bis 1969), die zugleich die Elterngeneration der Generation Y sind.

Diese Einordnung ist wichtig, um zu verstehen, was ich vermitteln will: Wenn man sich ein Urteil von der Gen Y bildet, ist der Blick auch auf die anderen Generationen zu richten, vor allem auf uns Babyboomer. Denn mit uns reiben sie sich an Themen wie Führungsstil, Arbeitszeiten, Leistungsdenken, Karriereverständnis, am Verhältnis von Arbeit und Freizeit, der Vereinbarkeit von Eltern sein und Karriere machen. All das wird durch die unterschiedlichen Sichtweisen unserer beiden Generationen sowie von Wirtschaft und Gesellschaft geprägt. Dabei zeigen sich auch die Schattenseiten unserer Arbeitswelt ungeschönt: 24/7-Erreichbarkeit, On demand-Arbeit, Management nach Taylor und auch das größer werdende top down-Gefälle. In der aktuellen Diskussion geht es im Kern um hergebrachte top down-Führung versus heutiger VUKA-Realität (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität).

Es heißt, die Gen Y halte ungern Regeln ein und stelle Prinzipien in Frage? Genau das tut sie. Sicher nicht, weil es ihr gefällt, die „Nerv“-Generation zu sein, sondern weil sie es für nötig hält, Dinge zu hinterfragen. So haben wir sie als Eltern erzogen: „Untersuche“, „Hinterfrage“, „Sag, wenn dir etwas nicht passt“, „Guck nicht auf die anderen, zieh dein Ding durch“. „Wer, wie, was“ heißt es schließlich schon seit unserer Kindheit in der Sesamstraße. Wir Eltern sind wie Helikopter über ihnen geschwebt, haben ihnen alles ermöglicht und den Lebensweg geebnet. So sind die Jungen zu dieser Generation geworden.

Trotzdem oder gerade deshalb ist das Lebensmodell von uns Eltern und Großeltern nicht mehr der Status Quo. Die Vertreter der Gen Y sind mit dem Internet aufgewachsen, leben globaler, haben jeden Tag Kontakt mit Leuten in Singapur und Kanada – mit nur einem Klick. Das zeichnet sich auch in ihren Wertevorstellungen von Arbeit ab: sinnerfülltes Tun statt Geld, Familie statt Arbeit, Internationalität und Flexibilität im Job statt Status, Freude statt Pflicht. Das Warum und das Wie in der Arbeitswelt haben sich verändert. Es geht mehr darum, eine Mosaikkarriere zu machen – also vieles auszuprobieren, neuen Dingen eine Chance zu geben – anstatt geradlinigen Lebensläufen hinterher zu hetzen. Doch eins zeigen einige Studien: Nur weil Flexibilität und Kreativität im Job vorhanden sein sollen, will die Gen Y nicht in Unsicherheit leben – entgegen der weit verbreiteten Meinung, jeder Mensch zwischen 20 und 35 sei freiheitsliebend. Im Gegenteil, Studien zum Wertesystem zeigen auf: Diese Generation ist in zwei komplett gegensätzliche Lager gespalten. Die eine Hälfte ist sehr freiheitsliebend, strebt nach Autonomie, flachen Hierarchien, will sich vernetzen, versteht Arbeit als persönlichen Lernweg, will experimentieren, verhält sich unkonventionell und nimmt für ein gutes Arbeitsumfeld ein geringeres Gehalt in Kauf. Auf der anderen Seite gibt es die „Sicherheitsgruppe“, die eher nach traditionellen Werten und Mustern lebt. Sie strebt nach Strukturen, Jobsicherheit, Zielsicherheit, Karrieremöglichkeiten und befürwortet klare Hierarchien. 95 Prozent der Jugendlichen wünschen sich einen sicheren Job.

Aber: Ob im Alter von 20 oder 60 Jahren …, seine Lebenseinstellung bestimmt jeder selbst. Natürlich gucken die Leute blöd, wenn die Oma aufs Motorrad steigt. Na und?! Die Leute gucken immer blöd, wenn jemand etwas macht, womit sie nicht gerechnet hätten. Denken wir an Einstein…. Ich bin also der festen Überzeugung, dass das Alter wichtig, jedoch nicht entscheidend ist. Es geht um Antrieb und Einstellung. Wenn der Mindset eines Alten dem eines Jungen gleicht, gehören beide zur Generation Y – egal ob die Alterskohorte stimmt oder nicht.

Zu den Alten gehören in diesem Fall auch die Babyboomer, aus dessen Generation aktuell der Großteil der Führungskräfte stammt. Erkennbares Ergebnis der WFVD-Veranstaltung ist: Es wird einen Paradigmenwechsel geben, in Bezug auf Handlungsgrundprinzipien wie Planbarkeit, Hierarchie, Effizienzstreben und dem Alleindenkertum. Diese Maxime vieler Organisationen verlieren zugunsten einer agileren Organisationsstruktur an Bedeutung und Relevanz. Ihnen gegenüber stehen neue Erfolgsprinzipien: Beweglichkeit und Dynamik, Partizipation und Innovationsfähigkeit.
Was also ist erforderlich? Was sind unbedingte Rahmenbedingungen? Zukunftsinstitute sehen den wahren Impact des Megatrends der Konnektivität im sozialen, nicht im technologischen Fortschritt; Internet und Digitalisierung begünstigen allenfalls diesen sozialen Prozess. Für uns heißt das: Anstatt die Generation Y als kläglich oder unrealistisch zu bezeichnen, sollten wir Babyboomer lieber mit ihnen sprechen und ihnen zuhören. Wissenschaftler reden sogar von der Mutation vom Homo oeconomicus zum Homo socialis, der mehr Wert auf ein Wir-getriebenes Arbeiten legt. So wird der Wir-Gedanke zu einem zentralen Treiber für Führungskräfte.

Wertschätzung im Großen und im Kleinen hieß die Losung eines Vertreters der „jungen Wilden“ beim Symposium 2020 in Berlin. Christopher Plante stellte neben den Betrachtungen zu Belastungen im Schichtdienst das Schlüsselthema Wertschätzung heraus, das für alle Generationen gilt. Peter Köhler, der als Schichtleiter Auswirkungen auf die tägliche Dienstplanung verdeutlichen wollte, machte klar: Ohne Kommunikation funktioniert gar nichts und am wenigsten ein guter Wandel in der Arbeitswelt. Dann gibt es nur irgendeinen Wandel. Und das will weder die Gen Y noch wollen das die Babyboomer. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt. So oder so: Beim Symposium in Berlin hatten wir das richtige Thema!
Anders wird die Zusammenarbeit

Wie angekündigt, veranstaltete der WFVD am 5. Februar 2020 den zweiten Workshop zum Thema „Industrie 4.0 / Digitalisierung in der Industrie – 4.0 in der Zusammenarbeit“. Erneut moderierte Werner Heitmann (Dräger) den Workshop, der mit dem Verlesen der Anti-Kartellvereinbarung begann. Es folgten zwei Impulsvorträge:. Jörg Urban und Siegfried Fiedler als Gastgeber der Veranstaltung stellten Lösungen, aber auch offene Fragen der Werkfeuerwehr BASF vor. Ihr Beitrag endete mit der Frage nach anders gearteter Zusammenarbeit: „Wie können all die Informationen, die aus den Betrieben zur Verfügung stehen, vernetzt werden?“ Patrick Reschke (Northdocks) zeigte den Teilnehmern danach ein Potpourri von VR (Virtual riality)-Lösungen.
Ein Puls-Check verdeutlichte in der Folge, welche konkreten Ausbildungsthemen die Teilnehmer zur Anwendung bringen wollen. In Gruppenarbeit haben wir diese Themen diskutiert, immer im Blick: VR ist kein Mittel zum Zweck. Erste Ergebnisse sollen im Oktober beim nächsten Treffen präsentiert werden.

Der Nachmittag stand ganz für die Diskussion um eine gemeinsame Plattform zur Verfügung. Northdocks präsentierte wie erwünscht einen Vorschlag für diese Plattform, die:

  • 1. VR-Lösungen in verschiedenen Themen zur Verfügung stellt
  • 2. den gemeinschaftlichen Zugriff und Input von Feuerwehren und Herstellern erlaubt.

Das Thema Ausbildung wird also wirklich eine erste Möglichkeit bieten, Zusammenarbeit in anderer Art zu praktizieren. Die Plattform wird als WFVD-Plattform ausgestaltet und vorerst von Northdocks betrieben. . Mitte des Jahres wird der neue Ansatz für Interessierte präsentiert. Sie können gespannt sein, die Zusammenarbeit wird anders! Wir bleiben dran!

Anders wird die Zusammenarbeit auch im Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit. Nach langen Jahren hat Dr. Antje Müller ihre Tätigkeit im Redaktionsteam der WFInfo beendet. Sie hat maßgeblich zum Erfolg unserer Verbandszeitschrift beigetragen – ihr gilt unser herzlicher Dank für alles Wirken und Gestalten. Die ersten Auswirkungen dieser Veränderung haben Sie gerade erfahren, bearbeitet von Anja Schrieber und Delia Fricke in Zusammenarbeit mit Rolf Fünning und mir; anders und trotzdem gut, oder? Die Teamarbeit für diese Ausgabe startete übrigens mitten in der Corona-Krise und fand daher ausschließlich via Skype und Telco statt.

Was aber ist jetzt das allerwichtigste, abgesehen von der Lektüre dieser neuen Ausgabe? Ordnungsgemäßes Händewaschen! Und: Achten Sie auf Abstand zu Ihren Mitmenschen, aber halten Sie Kontakt. In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!


Ihr R.B.

 

(Albert Einstein)


Ein weiser Spruch, er könnte noch ergänzt werden mit: Wer zu viel zurückblickt, sieht nicht, was vorne passiert. Stillstehen geht nicht, das wird schon aus vielen natürlichen Situationen klar. Und im Fachlichen?


Löschspraydosen

Raimund BücherZu Beginn des Jahres haben wir berichtet, dass beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein Gespräch zum Thema stattfand. Mancher wurde anlässlich des Berichtes bewogen, Kritik zu üben. Seit 15 Jahren schon gibt es diese Innovation und noch immer stehen wir vor bürokratischen Hürden. Und der erwähnte Kompromiss als Ergebnis des Gespräches zeigt auf, dass weitere Jahre ins Land gehen werden. Und wer dann nicht genug hat, weist noch daraufhin, dass in der ASR – berechtigt oder nicht – die DIN-Norm die Position der Feuerlöscher zusätzlich stärkt. Auch dies als Kompromiss verstanden, wie wir zur ASR berichtet hatten.

Vielleicht hilft ja die Suche bei online-Suchmaschinen. Nochmals zur Erläuterung, was wir unter Kompromiss verstehen: „Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft, unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen. Es wird von den Verhandlungspartnern ausgehend von den eigenen Positionen eine neue Mittelposition gebildet und diese erzielte Einigung als gemeinsames Ergebnis dargestellt. Der Kompromiss ist die vernünftige Art des Interessenausgleichs und des Dissens-Management. Er lebt von der Achtung der gegnerischen Positionen und gehört zum Wesen der Demokratie.“ (wikipedia)

Ist nun der derzeitige Stand der ASR ein „fauler Kompromiss“? Ist das Ergebnis des Gespräches im BMAS also eine Sache von Unentschlossenen, Schwächlingen und Unklaren? So hörte sich manche Rückmeldung tatsächlich an.

Ich werbe weiterhin dafür, nach vorne zuschauen. Dann wird der gemeinsame Auftritt mit dem Ministerium bei der Normung endlich zu einem Ergebnis führen. Dann wird die Rückmeldung über nicht optimale Beteiligung von Experten und über missliche Kommunikation in Zukunft eine bessere gegenseitige Wahrnehmung und Beteiligung sein. Dann wird die Aufnahme der Spraydosen in die ASR mit der erneuten Überarbeitung weitere Änderungen im Sinne des betrieblichen Brandschutzes bedeuten. Schließlich wird das weitere Zuwachsen von Brandschutz und Arbeitsschutz sonstiger Entwicklungen folgen – schauen sie nur wie Baurecht und Arbeitsschutzrecht heute kooperieren. Ich bleibe dabei, nur mit Strampeln kommen wir voran.

Was bleibt? – die Achtung der gegnerischen Positionen. Emotionen helfen nicht einen Schritt weiter. Gegenseitige Achtung und Respekt sichern auch in Zukunft die Möglichkeit von Kompromissen. So lassen Sie uns darauf achten, dass fachliche Expertise nicht leidet unter unqualifizierter Kommunikation.


Löschwasserrückhaltung

Warum beschäftigt uns das Thema Löschwasserrückhaltung? Wir sind doch eher die, die Löschwasser produzieren?

Fast in der Stille ist dieser Sachverhalt aus dem Baurecht (Landesrecht) in das Wasser-Recht (Bund) gerutscht. Bisher gültig und seit Jahren baurechtlich eingeführt sind die Löschwasserrückhalte-Richtlinien (LöRüRrl) in den Ländern. Durch den Beschluss der Innenministerkonferenz wurde die Verantwortung zur Rückhaltung von freiwerdenden Stoffen im Gemenge mit Löschwasser ins Wasserrecht verschoben. Abhängig von der Wassergefährdungsklasse (WGK) der gelagerten Stoffe gab es Bemessungsmöglichkeiten und Wege zur Berechnung entsprechender Volumina für Lageranlagen (Von Stückgut über loser Schüttung bis Tankläger), wie viel etwa auch bei zusätzlich hinzukommendem Löschwasser zurückgehalten werden musste. Veränderungen in unseren Betrieben wurden nach Baurecht geregelt. So gab es z.B. für die ein oder andere Lösung Bestandschutz.

Nun aber gilt die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) als Bundesverordnung im Umwelt- und Wasserrecht. Das Umweltbundesamt fordert in dieser neuen AwSV auch die Rückhaltung, sagt aber derzeit noch nicht wie. Ach ja, das Wasserrecht kennt auch keinen Bestandschutz – Maßnahmen sind also sofort umzusetzen.

Dazu soll die etablierte LöRüRrl als gesetzliches Regelwerk verschwinden, so dass gerade darum gerungen wird, wie denn bemessen werden soll. Aufgrund der neu diskutierten Mengen an Stoffen – derzeit soll generell bei 5 Tonnen eines wassergefährdenden Stoffes Rückhaltung erforderlich sein – rutschen Objekte in die Betrachtung, die bisher keinerlei Maßnahmen erforderten. Die AwSV zielt nicht nur auf Läger, sie erfasst vielmehr jegliches Gebäude, abhängig von der Menge der Stoffe. In der Chemie (Großchemie) sind neben den Lägern in bisheriger Betrachtung auf einmal all die sonstigen Produktionsgebäude, Betriebsanlagen und Kleinlagerungen betroffen. Und über die Mengen von 5 Tonnen sind auch Industriebereiche außerhalb der Chemie und all die Klein- und Mittelbetriebe (KMU) gefordert, nun Rückhaltungen einzurichten. Wer aber soll das bei Werkstätten, in Laboren und Krankenhäusern, in Galvanikbetrieben, in Handwerksbetrieben in Hotels, im Malerbetrieb und, und, und… denn richten? Und denkt man eigentlich auch an die Kosten, die aus solchen zusätzlichen Maßnahmen entstehen? Wo ist dann die Begründung für eine solche Verschärfung, denn Szenarien, die das Erfordernis begründen könnten, gab es nicht?

Der WFVD und der BDI haben Stellungnahmen an das BMU geschickt.

Der WFVD bündelt alle Aktivitäten für die aus unserer Sicht erforderliche Positionierung und sammelt Diskussionsbeiträge, Forderungen. z.B. aus Nebenbestimmungen, und Aussagen zum Thema von Aufsicht und Behörden. Projektleiter des WFVD dafür ist der Geschäftsführer des WFV Bayern, Stefan Deschermeier (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Wir brauchen hier Öffentlichkeit und Unterstützung.

Also: all ihr betrieblichen Brandschützer, nehmt die Positionspapiere und informiert die Umweltschutz- und Gewässerschutzabteilungen eurer Unternehmen, redet mit den Umweltbehörden vor Ort oder informiert sie wenigstens. Dieses Thema verlangt ordentliches Strampeln. Wir wollen auch weiterhin als Unternehmen und betrieblichen Feuerwehren die Umwelt schützen und erhalten. Mit den geplanten Ausweitungen der gesetzlichen Regelung und dem Wegfall des Bestandschutzes wird der neue §20 AwSV jedoch den Standort Deutschland wieder etwas verteuern.


Digitales

Die Erwartungen in der Wirtschaft an die digitale Zukunft sind in erster Linie Fragen der persönlichen Einschätzung: Wird die digitale Transformation die Ausmaße der industriellen Revolution annehmen und/oder werden mehr Arbeitsplätze entstehen, als durch Technologie und neue Geschäftsmodelle wegfallen? Daraus wird sich wohl das unternehmerische Handeln ergeben – nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen und Vorträge. Fest steht: Die Welle rollt und erfasst nach und nach immer mehr Wirtschafts- und Lebensbereiche.

Und wo bleiben wir? Wo bleiben die betrieblichen Feuerwehren? Welche Anforderungen werden dann an den Brandschutz gestellt?

In der Ausgabe I der WFV-Info hatte ich bezüglich der potenziellen Verteilung z.B. von VR-Tools gefragt: Was wollen wir weiterverfolgen? Wie wäre es denn, wenn der WFVD quasi neutralen Boden bietet? So könnten wir im Sinne eines Projektes Softwaretools z. B. über so etwas wie Lizenzen Interessierten zur Verfügung stellen… .

In den Überlegungen sind wir vorangekommen. Wir als Plattform für irgendwelche Software – das geht wohl nicht. Rechtliche und technologische Gründe sowie marktpolitische Grenzen sprechen dagegen. Aber: Digitaler Mindset entsteht auf Basis von persönlichen Wahrnehmungen und Erkenntnissen. Daher ist es richtig, in erster Linie Plattformen und Kontakte zu etablieren. Das können wir, denn was wir haben, ist vor allem das Netzwerk. In diesen Überlegungen geht es wohl in die Richtung, dass wir Kontakte vermitteln und Partnerschaften suchen. Bestimmend ist die Frage: Wie entwickeln sich unsere Kunden und welche Anforderungen werden dabei an den Brandschutz gestellt?


Wir bleiben dran!



Ihr
Raimund Bücher