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Wer will, findet Wege, wer nicht will, der findet Gründe

Manche wissen schon mit zehn, was sie später mal tun wollen. Manche haben mit 39 noch keine Entscheidungen getroffen. Sind in irgendeinem Beruf, aber nicht zufrieden. Haben einen Partner, wissen aber nicht, ob sie Kinder haben wollen. Warum ist das für viele Menschen so schwierig?
Es hat damit zu tun, wie wir mit unseren Wünschen und Gefühlen umgehen. Denn den Beruf, den passenden Partner, das passende Leben kann man nicht mit dem Verstand finden. Auf der Pro-Contra-Liste der Argumente ist die Bilanz meist ausgeglichen. Vieles spricht dafür. Und genauso vieles spricht dagegen. Menschen, die sich nicht entscheiden können, was sie wollen, haben meist zwei Barrieren. Sie wollen es allen anderen recht machen oder sie wollen vorher wissen, ob ihre Entscheidung richtig ist. Mit beiden Strategien scheitert man regelmäßig. Denn irgendjemand hat immer Bedenken, ist beleidigt oder findet es falsch, was man vorhat.
Und richtige Entscheidungen gibt es nicht, also im Moment der Entscheidung nicht. Hinterher schon, aber da ist die Entscheidung ja schon gefallen. Man muss also etwas entscheiden angesichts der Möglichkeit, dass man daneben liegt. Für Sicherheits-bewusste ist das der reinste Horror. Und sie entscheiden lieber – nicht. Aber das geht ja auch nicht. Denn auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung. Solange ich mich nicht für eines von zwei Jobangeboten entscheide, bleibe ich beim Status quo – meinem Job, in dem ich unzufrieden bin. Bei Entscheidungen hilft ein starker Wunsch, und die Tat unterscheidet dann das Ziel vom Traum.

Nach dem Exkurs zum Fachlichen:


AusbildungRaimund Bücher

Schon vor fast 50 Jahren gab es in Hessen die ersten Bemühungen, die Ausbildung der Werkfeuerwehren neu zu ordnen und einen Beruf Werkfeuerwehrmann zu entwickeln. Gegen das Etablierte, mit dem Wunsch zum Eigenen – am Ende dauerte es bis zum Jahr 2005, bis ein eigenes Berufsbild stand. Heute sind die Ideen etabliert und finden mehr und mehr Nachahmer. Der Wille, Lösungen zu finden auf die Fragen aus Demografie u.a. wird jetzt auch denen gewahr, die vorher nur Gründe hatten, warum etwas nicht geht.
Heute im Jahr 2019 stehen wir wieder an einem Wendepunkt. Die Diskussionen beim Symposium Anfang des Jahres zeigten es auf. Und die Artikel im nachfolgenden Heft machen deutlich: wieder sind es einige, die sich auf den Weg machen, während andere noch harren. Dabei sind Notwendigkeiten zur Veränderung doch deutlich. Wenn die Welt sich digitalisiert, werden sich Anforderungen ändern. Traditionelle Ausbildung wird schwinden, althergebrachte Ausbildung und gar Berufe wird es nicht mehr geben, neue Wege, neue Techniken wie VR (virtual reality) u.ä. zeigen es auf. Wer geht dann mit?


Netzwerk 4.0

Die Erinnerung an Vorträge und Präsentationen zu VR in Berlin führen zum nächsten Thema. Wenn alle sich auf den Weg machen und vielerlei Parallelen, gar Doppelarbeit erkennbar wurden, entwickelt sich der Ruf nach Netzwerk und gemeinsamen Auftritt. Wir berichteten, welch spannende Diskussion sich im Berliner Symposium ergab. Eine erste Idee, der WFVD bündelt und alle haben die Möglichkeit abzugreifen, scheiterte im Ansatz. Der WFVD sollte, so die Vorstellung von Wenigen, das ein oder andere Tool einstellen, die anderen können abgreifen und sparen zudem Geld, Diskussion und die Zeit für eigene Bemühungen. Aus verschiedenen Gründen musste das scheitern, zuletzt, weil wir als WFVD zwar Netzwerk können und nach Satzung auch sollen, nicht aber am „Markt“ bestellen dürfen. Berechtigte Gründe, aber gut geht es dem, der mehr Träume hat als ihm die Wirklichkeit zerstören kann. In der Zwischenzeit hat es als variierten Ansatz, Gespräche mit T-Systems gegeben, ob nicht in einer Art Kooperation der Technikspezialist und der Netzwerker zusammenwirken können. Dazu hat der Vorstand in seiner Sitzung im Juli beschlossen: Noch ist es nicht soweit, dass wir zur Lösung kommen, weil alles daran stoppt, ob jemand Daten liefert und wer diese verwaltet. Ein genossenschaftlicher Ansatz, wie in der Grundidee formuliert, kann derzeit nicht umgesetzt werden. Seien Sie sicher, dass wir zum Symposium in Bad Dürkheim berichten werden. Weitere Gespräche mit namhaften Herstellern verschiedener Gattung haben begleitend stattgefunden und werden Ende des Jahres in einem Workshop enden, der sich mit dem Thema Zusammenarbeit in 4.0 befassen wird. Alle stellen fest, allein geht es nicht mehr, wir benötigen Netzwerk, wie es sich auch immer gestaltet. Dafür aber sind wir die Vorreiter, Netzwerk, das ist unsere Kompetenz. Wir müssen endlich alle an einen Tisch. Wenn wir als Industrie die Treiber zum Thema Digitalisierung sind, muss von uns auch der neue, andere Weg gestaltet werden. Es bleibt dabei, lass den anderen ihre Gründe, wir fangen schon 'mal an.

Zu guter Letzt zwei kurze Punkte:


Löschwasserrückhaltung

Das Umweltbundesamt hat den nächsten Stand in der Überarbeitung der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) jetzt vorgelegt. Wir stellen fest, dass die Änderungen jetzt betriebsnäher sind, unsere Kritik wurde zum Teil aufgenommen. Um in übersichtlicher Weise den derzeitigen Stand vermitteln zu können, schauen Sie bitte in die Abb. 1. Mit den Neuerungen sind weitere Objekte nicht mehr betroffen, der Szenarien-basierte Ansatz bietet Gestaltungsmöglichkeiten. Das einfache Schema müsste natürlich noch um die bis heute weiterentwickelten Punkte (angemessene Bagatellgrenzen etc.) ergänzt werden. Was tut Not? Weiterhin ist Meinungsbildung erforderlich, werte Leser, erinnert Euch an die ausführlichen Informationen in der letzten WFInfo und bedient Euer Klientel in den Betrieben.

Löschspraydosen

Wir berichteten vom Kompromiss beim Gespräch im Bundesarbeitsministerium:
„……


• Nach Kenntnis des BMAS ist die europäische Normung zu den Spraydosen im Herbst 2019 zu erwarten. Das scheint möglich, da bisherige Widerstände gegen die Normung aus Südeuropa wohl beseitigt sind. Die Teilnehmer des Gespräches vereinbarten den zukünftig gemeinsamen Auftritt. Wir werden über den Fortgang berichten.

• Läge die Normung dann vor, sagte das BMAS die nachfolgende Änderung der ASR A 2.2 zu. Dann würden die Spraydosen neben den Feuerlöschern als Einrichtungen für die Bekämpfung von Entstehungsbränden auch vom Staat anerkannt werden. Das BMAS sagte den unmittelbaren Beginn erforderlicher Arbeiten zu…..“
Hier der letzte Stand: Es hat tatsächlich eine Bearbeitung der Norm gegeben, und diese zeigt folgende offizielle Zeitplanungen, der „Milestones“ (als späteste einzuhaltende Termine), für die nächsten Schritte beim Projekt EN 16856 „Löschspraydosen“ nach der CEN-Datenbank (siehe Printscreen):

• Zusendung des Schluss-Entwurfs durch das CEN/TC 70-Sekretariat (AFNOR Frankreich) an CEN: 30. Oktober 2019

• Start Formelle Schluss-Abstimmung mit dem Schluss-Entwurf in 3 Sprachen: 15. Februar 2020

• Ende Formelle Schlussabstimmung mit dem Schluss-Entwurf: 11. April 2020

• Normratifizierung durch CEN: 11. Mai 2020

• Veröffentlichung von EN 16856: 11. Oktober 2020.

Wer auf dem Weg ist, benötigt nicht selten einen langen Atem. Wer will, findet Wege, wer nicht will, der findet Gründe.



In diesem Sinne bleibe ich
Ihr
Raimund Bücher