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„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Zeitenwende


Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu. Bevor wir nun anfangen, zu jammern ob der rennenden Zeit, halten wir es mit Seneca, der den Hinweis gab: buecher300x300

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“     

Es ist die Zeit, es gebietet der Anstand und es fordert die Traurigkeit, ein paar Worte zu den Ereignissen in Ludwigshafen zu schreiben. Wir werden nicht mitmachen bei all den Versuchen, Erklärungen zu finden. Vielmehr trauern wir mit den Familien der tödlich Verunglückten und den Kameraden der WF. In Gedanken sind wir bei Euch. Der Vorstand hat für den WFVD kondoliert.

Nun, zum Ende des Jahres, komme ich zum vorerst letzten Stand aktueller Themen. Bei allem bedenken Sie bitte: Wir leben von der Diskussion und dem Austausch. Frei nach Andre Brie, erreicht man mehr, wenn man sich mit jemanden zusammen- statt auseinandersetzt.

ASR A 2.2

Letzteres würde ich mir auch in manchen Beiträgen zur Anwendung oder Ablehnung einzelner Regelungen in der ASR wünschen. Wie vielfach berichtet, durfte ich selbst als Teilnehmer im Arbeitskreis mitarbeiten. Und wie zu Beginn des Jahres gibt es am Ende Kritik, gar persönliches Angehen. Dabei liegt bisher nur ein schlichter Entwurf vor, der bisher noch nicht einmal veröffentlicht wurde. Dieser Entwurf ist zur Bewertung im zuständigen Bundesministerium. Erst nach ministerieller Beurteilung – neueste Informationen deuten auf einen Abschluss im ersten Quartal des nächsten Jahres – wird es für die Öffentlichkeit Möglichkeiten zu Meinung und Einspruch geben. Wenn also derzeitig jemand Vorwürfe oder Meinung macht, dann auf unsicherem Stand, da die vorerst letztgültigen Ergebnisse noch gar nicht öffentlich vorgelegt wurden. Die ein oder andere Meinung scheint dann festzustehen. Tatsachen würden dabei ja auch nur verwirren. Andererseits verdanken wir den Fortschritt aber nach Herbert George Wells den Nörglern, denn zufriedene Menschen wünschen keine Veränderung. Zusammenfassend gilt: Lassen wir den anderen doch gelten. Den Besonneneren empfehle ich abzuwarten. In der Zwischenzeit gilt alles, was wir in der o.a. WF-Info I 2016 niedergelegt haben.

Ausbildung


Das Berufsbild Werkfeuerwehrmann/-frau ist weiterhin ein Erfolg, wenn es auch immer noch Zeit braucht, bis es in allen Bundesländen zum Zuge kommt. Es bestätigt uns, wenn nun die Berufsfeuerwehr Frankfurt eben diesen Weg einschlägt und - belegt durch Anzeigen - in den Medien Nachwuchs für diesen Ausbildungsberuf sucht. Wie schon formuliert, eine Idee setzt sich durch. Und die „Kunst“ besteht nach Eugen Georg darin, eigene Wege zu gehen, auf denen andere nachfolgen. Nicht zufriedenstellend ist dann aber der andere Ansatz. Da wird über IHK oder Arbeitsamt Fortbildung angeboten. Und Interessierte, die ansonsten den Zugang nicht finden, werden von Ausbildungsstätten angeworben, die angeblich im Berufsbild ausbilden. Diese Stätten, wie „BOS112“ u.a. geben vor, Ausbildungsbetriebe zu sein, die im dualen Bildungssystem nach dem Berufsbild ausbilden könnten. Die Teilnehmer zahlen dafür einen nicht geringen Betrag und stellen während der Ausbildung und am Ende fest, dass sie nichts in der Hand haben. Denn wenn Wachpraktika nicht abgeleistet werden können und keine Prüfung vor einem IHK-Prüfungsausschuss abgelegt werden kann, wird die Schalanterie deutlich. Schlimm ist das für die Betroffenen, die feststellen müssen, trotz allen Engagements nicht mehr ausüben zu können als einfache Sicherheitsposten. Schlecht ist das auch für die regulär ausbildenden Betriebe, denn wir wollen in keinem Fall die Qualität der Ausbildung verwässert wissen. Wir sind in diesem Ansatz verbunden mit allen, die uns beaufsichtigen. Das hessische Innenministerium und die Landesfeuerwehrschule haben sich eindeutig positioniert. Um Klarheit und Transparenz in diese Praktiken zu bringen, stellt der WFVD zusätzlich auf einer Internetseite kompakt alle Informationen zum Ausbildungsberuf zusammen.

Industrie/Brandschutz 4.0

Wir stehen am Rande einer technischen Revolution, die unsere Art zu leben, zu arbeiten und miteinander umzugehen grundlegend verändern wird. Ob Roboter, selbstfahrende Autos oder 3-D-Drucker: Technische Innovationen werden die Industrie revolutionieren. Und wenn wir denken, uns Brandschützer trifft es nicht, haben die kleinen Einblicke in Bad Dürkheim schon gezeigt: Die Revolution kommt nicht, sie ist schon da. Wie aber sich darauf einstellen? Wie angemessen reagieren?

Die spannende Frage steht in größerem Rahmen beim Symposium Mitte Januar in Berlin auf dem Programm.  Industrie 4.0 verändert derzeit ganze Produktionsstätten, Stichwort smart factory. Der exponentiell fortschreitende Wandel ist nicht aufzuhalten.
Erkennbar wird die Vierte Industrielle Revolution nicht nur einen Einfluss haben auf das, was wir tun, sondern auch darauf, wer wir sind. Sie wird unsere Identität und alles, was damit verbunden ist, erfassen: unseren Begriff von Privatsphäre und Eigentum, unsere Konsumgewohnheiten, die Zeit, die wir mit Arbeit oder Privatleben verbringen, wie wir unsere Karrieren planen, unsere Fähigkeiten entwickeln, uns mit anderen Menschen treffen und Beziehungen pflegen. Hier gehöre ich zu denjenigen, die sich einnehmen lassen als Vorreiter, zeitig technische Innovationen zu nutzen. Aber manchmal stelle ich mir die Frage, ob der unaufhaltsame Vormarsch der Technik nicht doch einige unserer wesentlichsten menschlichen Fähigkeiten, wie Anteilnahme und Zusammenarbeit, einschränkt. Unsere Beziehung zu unserem Smartphone ist da ein gutes Beispiel. Die ständige Erreichbarkeit könnte uns eines unserer teuersten Schätze berauben: der Zeit zum Innehalten, Nachdenken und für wirklich bedeutende Gespräche. Wo Letzteres in diesem Jahr noch erlebbar war, sage ich von Herzen Danke. Schon Elbert Hubbard erkannte: „Eine Maschine kann die Arbeit von fünf gewöhnlichen Menschen ersetzen, aber sie kann nicht einen einzigen außergewöhnlichen ersetzen.“
Nun, Schuster bleib bei deinen Leisten. In der smart factory mit den automatisch ablaufenden Prozessen, in Gebäuden, die zu den Prozessen passen mit neuen Anforderungen an die Logistik und in der Verwendung anderer neuer Materialien, mit Datenlieferanten, die, schnell und gut analysiert, emotionsfrei die zur Beseitigung der Störung relevanten Informationen liefern – wie sieht Intervention in Notsituation in Zukunft aus? Wo bleibt der Brandschutz? Wo die Werkfeuerwehr? Was ist in diesem Bereich dann 4.0?

Geht es Ihnen auch wie bei youneo?:


„Alt werden ist nicht ALT sein.
Reden und „teilen“, das kann schon was sein.
Von Angst getrieben, dem Alter entgehen,
bleiben wir „funky“ die Jugend anflehen.

Technik lebt ewig, im Alter der Kurs am PC,
motiviert und manipuliert,
in stiller Sekunde heimlich und leise,
die Tasten ALT und ENTFERNEN innerlich abmontiert.
Die Zukunft kann kommen.“

 

Ihr
Raimund Bücher